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Rhein-Zeitung,
Cochem, 10.11.2006
Hilfe bei Problemen im Arbeitsleben
Berufsbegleitender Dienst der Stiftung Bethesda St. Martin ist seit 1993 in Cochem aktiv - Claudia Müller berät Betroffene, Angehörige und Betriebe
Behinderte oder psychisch erkrankte Menschen sind im Arbeitsleben oft benachteiligt. Sie finden keine Arbeit mehr, sind an ihrem Arbeitsplatz überfordert oder werden ausgegrenzt. Hilfe bietet hier der Berufsbegleitende Dienst der Stiftung Bethesda St. Martin in Cochem.
COCHEM. Seit 1993 gibt es in Cochem den Berufsbegleitenden Dienst der Stiftung Bethesda St. Martin, der psychisch erkrankten oder behinderten Menschen mit Problemen und Schwierigkeiten bei der Arbeit oder der beruflichen Eingliederung hilft. Das Büro in der Ravenéstraße im ehemaligen Postgebäude ist dabei ein wichtiger Ansprechpartner für Betroffene, seien es Betriebe, Arbeitnehmer, Ärzte oder Kliniken.
"Wir versuchen zu helfen, wenn es zu Problemen oder Konflikten am Arbeitsplatz gekommen ist", so Sozialarbeiterin Claudia Müller, die in Cochem für diesen Dienst zuständig ist. Und die Probleme können vielfältiger Natur sein. "Da stehen Kündigungen an, da fühlen sich Menschen durch ihre Erkrankung überfordert, andere möchten nach einer längeren Erkrankung wieder anfangen zu arbeiten, oder sie haben Probleme in der Familie, ihnen fehlen soziale Kontakte oder sie benötigen Unterstützung bei Verhandlungen mit Behörden", beschreibt sie ihr Aufgabenfeld. Ein breites Spektrum also, und immer sind individuelle Lösungen erforderlich.
Der Berufsbegleitende Dienst berät Menschen, wenn sie als Arbeitnehmer schwerbehindert oder psychisch krank und in bestimmten Situationen sehr belastet sind, aber auch, wenn sie als Arbeitgeber Informationen oder Beratung in Personalfragen zu Schwerbehinderung oder psychischer Erkrankung benötigen. Kostenträger ist dabei das rheinland-pfälzische Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung.
Zwischen sechs bis zehn Betroffene werden durchschnittlich im Monat von Claudia Müller betreut, die neben ihrer Tätigkeit in Cochem auch in Simmern arbeitet. Zu ihren Aufgaben gehören dabei individuelle Beratungen in Einzelgesprächen, gemeinsame Betriebsgespräche, Arbeitsplatz- und Hausbesuche, der gemeinsame Gang zu Ämtern und Behörden oder aber auch Gespräche und der Kontakt zu Familien und Angehörigen. "Wichtig ist einfach, dass ich mir Zeit nehme für die Betroffenen", erzählt die Sozialarbeiterin, die in der Regel dienstags und donnerstags in Cochem ist, aber sich bei den Terminen auch nach den Möglichkeiten der Rat Suchenden richtet.
Claudia Müller versucht dabei, die aufgetretenen Probleme am Arbeitsplatz zu klären, nicht zuletzt auch, um so eventuell gefährdete Arbeitsplätze zu erhalten oder zu stabilisieren, im Interesse der Arbeitnehmer, aber auch der Arbeitgeber.
Gerade an die Arbeitgeber richtet sich ein neues Angebot des Berufsbegleitenden Dienstes: das betriebliche Eingliederungsmanagement. Denn der Gesetzgeber hat jeden Betrieb dazu verpflichtet, tätig zu werden, wenn Mitarbeiter länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind. Der berufsbegleitende Dienst kann hier Arbeitgeber beraten, welche Möglichkeiten bestehen, um solche Arbeitnehmer wieder in den Betrieb einzugliedern oder die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen.
"Unser Arbeitsbereich ist sehr vielschichtig", meint dazu Claudia Müller. Und die Arbeit hat sich etabliert in den 13 Jahren in Cochem. "Ich habe gute Kontakte zu den Betrieben, den Kliniken, den Ärzten oder den Sozialbehörden", sagt sie. Sicher ein Vorteil einer ländlichen Region, wie sie findet. Und genug Arbeit ist da. "Der Bedarf ist nach wie vor groß", ist sie sich sicher. Dieter Junker
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