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Rhein-Hunsrück-Zeitung, 01.02.2007

In Boppard wird jetzt Klostersenf hergestellt

Rheinwerkstatt der Stiftung Bethesda-St. Martin startet Produktion des köstlichen Lebensmittels - Neue Beschäftigungsmöglichkeiten für psychisch beeinträchtigte Menschen

Mit ihrer neuen Senfmühle schlägt die Stiftung Bethesda - St. Martin zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie bietet psychisch kranken Menschen neue Beschäftigungsmöglichkeiten und produziert ein köstliches Lebensmittel, das in keiner Küche fehlen darf.

BOPPARD. Nach umfangreichen Vorarbeiten ist es nun endlich soweit: Die Bopparder Rheinwerkstatt für psychisch behinderte Menschen eröffnet im Kloster St. Martin ihre neue Produktions- und Arbeitsstätte: Köstlicher Senf nach alten Rezepturen wird künftig produziert. Eine historische Senfmühle, die vollständig restauriert wurde, liefert die köstliche Würzpaste in allen Variationen.

Eine ganze Werkstattgruppe wird mit der Herstellung und dem Vertrieb von Bopparder Klostersenf beschäftigt sein. Die 16 Mitarbeiter werden von Annegret Schielke betreut.

Ob gelb, braun oder schwarz, süß, scharf oder mittelscharf - "wir werden sämtliche Senfsorten herstellen", bringt Clemens Bergmann, technischer Leiter der Rheinwerkstatt, potenzielle Kunden auf den Geschmack.

Die zunehmende Nachfrage nach dem bereits seit längerer Zeit hergestellten hochfeinen Rapsöl hat die Rheinwerkstatt ermutigt, ihre Angebotspalette zu erweitern. "Dabei freuen wir uns besonders", so Wilfried Fett, Leiter der Werkstatt, "dass wir damit auch einen Arbeitsbereich weiterentwickeln konnten, der sich in besonderem Maße für unsere Beschäftigten eignet." Nicht zuletzt trägt das Ganze auch dazu bei, dass alte Senfmüllerhandwerk aufrechtzuerhalten. Ebenso wie das Rapsöl wollen die Bopparder ihren Klostersenf selbst vermarkten. In der ehemaligen Küche der alten Rheinwerkstatt ist ein Verkaufsraum eingerichtet. Den Senf gibt's in Steinguttöpfen. Daneben besteht die Möglichkeit, das neue Produkt auf dem Bopparder Wochenmarkt zu erwerben. Zudem hoffen die Verantwortlichen der Werkstatt, dass sich nach und nach eine Stammkundschaft für den Klostersenf bildet. Das hat auch beim Rapsöl funktioniert.

"Aus der Region für die Region." So lautet die Devise der Stiftung - gerade auch bei Produktion und Vermarktung. Der Raps, aus dem das Öl gewonnen wird, wächst auf Hunsrücker Feldern. Für den Senf greift die Rheinwerkstatt auf Bopparder Wein und Hunsrücker Honig zurück. Die braunen Senfkörner kommen aus Litauen, die gelben aus Holland.

Besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen der Rheinwerkstatt darauf, dass keine gentechnisch veränderten Zutaten verarbeitet werden. Der mittelscharfe Jungfernsenf ist bereits angesetzt. Mehrere Tage dauert die Produktionsphase der Senfreifung. Mehrmaliges Mahlen und Rühren ist für eine gleichbleibende Qualität unumgänglich.

Am morgigen Freitag, 2. Februar, 10 Uhr, wird die Produktion in einer Feierstunde offiziell eröffnet. In den folgenden Tagen sind bei Interesse Führungen durch die Produktionsräume möglich.

Montags bis freitags ist der Verkaufsraum direkt gegenüber der neuen Rheinwerkstatt im alten Klostergebäude geöffnet. Von 9 bis 15 Uhr werden hier die Rapsöl- und Senfprodukte verkauft. Das Senf-Team bietet zudem die Möglichkeit, die Senfmühle montags und freitags jeweils um 10.15 oder 14.15 Uhr zu besichtigen. (sb/ww)

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