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Rhein-Hunsrück-Zeitung, 06.02.2007
Im Garten Orientierung finden
Im Bopparder Altenheim "Haus Elisabeth" entsteht ein neuer geschützter Bereich für demenzkranke Menschen
Rund ein Viertel der Bewohner des Altenheimes Haus Elisabeth ist an Demenz erkrankt. Grund genug, das Gartengelände neu zu gestalten und einen weiteren Schritt beim Ausbau des geschützten Bereiches speziell für demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner zu gehen. Das Angebot für demenzkranke Senioren wird somit umfangreich erweitert und bietet neue Möglichkeiten.
BOPPARD. Demenzkranke Menschen leben oft in ihrer eigenen Welt. Für Angehörige, Ärzte, Pflege- und Betreuungskräfte ist es schwierig, mit ihnen zu kommunizieren und etwas über sie zu erfahren. Ein Merkmal ihrer Erkrankung ist ihr Bewegungsdrang, der sich häufig in ausgeprägtem Wanderverhalten in den Nachmittagsstunden äußert.
Im Rahmen der schrittweisen Sanierung des Hauses Elisabeth hat sich die Trägerin, die Stiftung Bethesda St. Martin entschlossen, den geschützten Bereich im südöstlichen Gartenbereich um eine neue Gartenanlage zu erweitern. Idealerweise handelt es sich dabei um ein ebenes Gelände, das von den Bewohnern eigenständig und ohne Gefahren betreten werden kann.
Da wo einst der Böschungsbereich der Gartenanlage in einen Dornröschenschlaf verfallen war, sind jetzt Handwerker und Maschinen im Einsatz. 100 Tonnen Material werden im noch bergigen Gelände bewegt, um das Gelände zu begradigen und auf die Bedürfnisse der Demenzkranken abzustimmen.
Mit der Bauausführung wurde der Garten- und Landschaftsbaubetrieb der Firma Best, des Integrationsunternehmens der Stiftung Bethesda, beauftragt. Beide Partner sind sich der besonderen Verantwortung bewusst. In den nächsten Wochen entsteht ein Garten, der nicht zuletzt die Attraktivität der Wohnanlage steigert.
Im bevorstehenden Frühjahr können die Bewohner des Hauses dann den neu gestalteten Außenbereich in Besitz nehmen. Für die Fertigstellung sind fünf Wochen veranschlagt. Die Stiftung Bethesda stellt dafür eine Investitionssumme von rund 26 000 Euro zur Verfügung. "Der neue Garten schafft für die Bewohner mehr eigene Bewegungsfreiheit, sie erleben die Jahreszeiten aktiver und genießen dabei die herrliche Aussicht auf das Mittelrheintal", so Edgar Berg, Heim- und Pflegedienstleiter im Haus Elisabeth.
Der geschützte Bereich für demenziell erkrankte Menschen ist ein besonderes Angebot des Bopparder Altenzentrums Haus Elisabeth. Hier wohnen insbesondere desorientierte Bewohner, die zum Weglaufen tendieren und sich dadurch in hohem Maße selbst gefährden. Mit dem Besuchshund "Asia" (wir berichteten) nutzt die Einrichtung seit dem letzten Jahr die Kommunikation zwischen Mensch und Tier, um ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu aktivieren.
Suzanne Breitbach
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