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Rhein-Zeitung, Koblenz-Nord, 19.04.2007

Für Senioren im Einsatz

Förderverein der Winninger Alteneinrichtung will die Bewohner ins Ortsgeschehen integrieren

Die Bewohner des Winninger Seniorenheims sollen ins Ortsleben eingebunden werden. Dafür setzt sich der Förderverein seit 1993 erfolgreich ein. Aber auch Ausflüge und die Verschönerung des Heims stehen auf der Liste des Vereins.

WINNINGEN. Rosi Hautt ist noch nicht lange Vorsitzende des Altenheim-Fördervereins Winningen. Ihre Ziele kann das jedoch nicht schmälern: "Ich möchte, dass die Senioren in das Ortsgeschehen integriert werden und ein rundum schönes Zuhause haben", wünscht sie sich. Deshalb kümmert sich der Förderverein um Festivitäten, Gymnastik, Ausflüge, Blumenschmuck am Haus und nicht zuletzt um eine neue Sonnenterrasse.

Ohne den Förderverein würde es das Seniorenheim "Haus im Rebenhang" in Winningen gar nicht geben - 1993 riefen 31 engagierte Gründungsmitglieder den Verein ins Leben, um sich fortan für die Bedürfnisse der Senioren einzusetzen. Rasch schoss die Mitgliederzahl in die Höhe, denn auch viele ältere Menschen ließen sich vom Grundkonzept begeistern. "Im Moment engagieren sich 260 Mitglieder für den Förderverein", berichtet Rosi Hautt, die ihre Entscheidung, den Vorstand zu übernehmen, mehrere Monate lang reiflich überlegt hat. Als ihre Tochter ein Praktikum im Winninger Seniorenheim absolvierte und eines Tages sagte: "Mama, die brauchen da jemanden wie dich", wusste Rosi Hautt, dass sie diese Chance ergreifen muss.

Bereut hat sie den Entschluss keine Sekunde. Seit Mai vergangenen Jahres leitet sie die Geschicke des Vereins. "Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und der Heimleitung funktioniert gut und glücklicherweise auch sehr unbürokratisch", freut sie sich. So konnten bereits viele gemeinsame Unternehmungen verwirklicht werden, denn die Integration der älteren Mitbürger in das Dorfgeschehen ist Rosi Hautt besonders wichtig. "Wir haben zum Beispiel dafür gesorgt, dass der Martinszug von nun an am Seniorenheim vorbeiführt." Denn viele Bewohner sitzen im Rollstuhl und wagen es daher nicht, sich den Laternenträgern anzuschließen. "Wir haben das Haus mit Lampions geschmückt, und die Pfleger haben die Senioren warm eingepackt, sodass wir uns zusammen den Zug anschauen konnten", erinnert sich Rosi Hautt an diesen besonderen Abend. Der gefiel den Heimbewohnern übrigens so gut, dass sie die Lampions noch eine Weile hängen ließen.

Dia-Nachmittage und kleinere Ausflüge sind inzwischen nicht mehr wegzudenken, und auch das Auge soll nicht zu kurz kommen: Einen Teil seines Kapitals investiert der Förderverein in den Blumenschmuck des Hauses und unterstützt die Heimleitung in ihrem Wunsch, einen optischen Bezug zum Weinort Winningen herzustellen. In Kürze werden vor dem Haus Weinreben gepflanzt. "Die Jungwinzer werden uns dabei helfen, und künftig wächst dann echter Wein am Eingang", blickt Rosi Hautt diesem Ereignis mit Spannung entgegen.

Die frisch renovierte Galerie des Seniorenheims bietet indes Platz für Leinwand-Künste: Winninger Motive von Klaus Brost sollen die Bürger ins Seniorenheim locken - dieser Ausstellung sollen künftig weitere folgen. "Ich möchte erreichen, dass die Winninger ihre Hemmschwelle verlieren und sich trauen, auch ohne konkreten familiären Anlass ins Seniorenheim zu kommen. Vielleicht entstehen dadurch neue Kontakte", hofft Rosi Hautt. Im Mai haben die Bewohner dank des Fördervereins außerdem die Gelegenheit, einen Gottesdienst in den Weinbergen zu besuchen. Eine Tour zum Weihnachtsmarkt steht schon jetzt auf dem Jahresprogramm. "Jeder hat mal Zeit, einen Rollstuhl zu schieben", sieht Rosi Hautt die Sache pragmatisch. "Die Senioren sind glücklich, wenn man sie zu einem Fest begleitet." Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Rosi Hautt weiß aus eigener Erfahrung: "Je mehr Menschen mit anpacken, desto mehr können wir für unsere älteren Mitbürger erreichen. Und man bekommt dabei so viel zurück."

Bettina Belitz

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