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Rhein-Zeitung, Cochem, 24.04.2007
Große Hilfe für psychisch Kranke
Seit zehn Jahren ist die evangelische Stiftung Bethesda-St.-Martin mit mehreren Angeboten im Kreis Cochem-Zell tätig
Psychisch kranke Menschen brauchen oft Hilfe zur Bewältigung ihres Alltags. Seit zehn Jahren hilft die Stiftung Bethesda-St.-Martin in Cochem im "Heldringhaus" diesen Menschen, damit sie nicht in ein Heim müssen, sondern in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.
COCHEM-ZELL. Angefangen hat alles im Sommer 1997 in Cochem: In einem ehemaligen Dienstgebäude des Cochemer Amtsgerichtes begann das Projekt "Betreutes Wohnen für psychisch kranke und behinderte Menschen". Erstmals wurden damit auch im Kreis Cochem-Zell solche Hilfen für psychisch kranke Menschen angeboten, die bisher oft auf Einrichtungen oder Heime in weiter entfernten Städten angewiesen waren. Träger des neuen Projektes war die Stiftung Bethesda-St.- Martin aus Boppard, die Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland ist.
Am 1. Juli 1997 wurde die erste Wohngruppe in der Ravenéstraße bezogen, bis Ende des Jahres wurden zwölf Plätze bereitgestellt. Mittlerweile sind es 24 Plätze, die von der Stiftung Bethesda im Kreis Cochem-Zell angeboten werden. Ziel des Projekts ist es, den betroffenen Menschen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ihnen bei der Gestaltung und der Bewältigung des Alltags zu helfen, regelmäßige Kontakte zu ermöglichen, sie in Problem- und Krisensituationen zu betreuen und zu begleiten, aber auch Angehörige oder Kontaktpersonen zu unterstützen. Ein breites Angebot also.
Tagesstätte eröffnet
1998 folgte die Eröffnung der Tagesstätte in der Ravenéstraße, eine teilstationäre Einrichtung, in der psychisch kranke Menschen betreut werden und in der derzeit zwölf Plätze zur Verfügung stehen. In der Tagesstätte geht es darum, neben der Hilfe bei den gesundheitlichen Problemen die betreuten Personen auf eine Tätigkeit in der Werkstätte für Behinderte oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten. So gibt es in der Tagesstätte ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, das Essen wird gemeinsam eingekauft und zubereitet, lebenspraktische Tätigkeiten wie Kochen oder Waschen werden eingeübt, und die Klienten werden in ihrem Alltag von Fachkräften begleitet oder betreut. 18 Menschen besuchen derzeit diese Einrichtung.
Wichtiger Bestandteil ist dabei aber auch die Kontakt- und Informationsstelle (KIS), die grundsätzlich von allen Interessenten in Anspruch genommen werden kann. Hier gibt es ein Café, wo Kontakte geknüpft werden können, aber auch Gesprächsmöglichkeiten bestehen. Nicht zuletzt für Urlaubszeiten oder Krankheitsphasen eine wichtige Ergänzung.
"Wir versuchen, mit unserer Arbeit den betroffenen Menschen zu helfen, damit sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und ihren Alltag bewältigen können", so Ute Ey, die Leiterin der Cochemer Einrichtung. Psychisch kranke Menschen müssen aber auch immer wieder zu Aktivitäten ermutigt werden. "Auch dies tun wir hier im Kreis", betont die Sozialarbeiterin, die seit 1997 in Cochem tätig ist.
Seit 2002, als die Stiftung das Haus in der Ravenéstraße kaufte und es umfassend renovierte und umbaute, ist das Gebäude zudem zu einem gemeindepsychiatrischen Zentrum ausgebaut worden. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über den gesamten Kreis Cochem-Zell, die Räumlichkeiten reichen kaum noch aus.
Investitionen geplant
"Wir planen eine Erweiterung der Angebote, wozu auch neue Räume gehören", sagt Ute Ey. Bereits 2004 wurde eine Immobilie in Cochem-Cond mit sechs Appartements erworben, um den Klienten eine bezahlbare Alternative zum allgemeinen Wohnungsmarkt anzubieten. Schon seit 2005 sind alle Appartements belegt. Ein Zeichen für den großen Bedarf.
"Wir haben in den vergangenen zehn Jahren viel aufgebaut", bilanziert die Leiterin. Und lobt dabei die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und den zuständigen staatlichen Stellen. Ey: "Das ist nicht überall im Land so."
Aufgrund der steigenden Betreuungszahlen will die Stiftung ihr Angebot in Cochem weiter ausbauen. So sollen weitere Wohnräume erworben werden, möglichst in unmittelbarer Nähe zum Heldringhaus in der Ravenéstraße, auch an weitere Stellen ist gedacht.
Derzeit sind im Kreis Cochem-Zell 15 Mitarbeiter in den Einrichtungen tätig. Ute Ey: "Arbeit gibt es also noch genug."
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