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Rhein-Zeitung, 08.06.2007

"Best" schafft neue Jobs

Unternehmen der Bopparder Stiftung Bethesda qualifiziert und beschäftigt Langzeitarbeitslose

Die Firma "Best" der Bopparder Stiftung Bethesda-St. Martin hat seit Jahren Erfolg damit, psychisch beeinträchtigte Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren. Das hat das Unternehmen jetzt wieder unter Beweis gestellt.

BOPPARD. Patrick Huismann aus Rheinbay hat es geschafft: Zum ersten Mal in seinem Leben spürt der 34-Jährige beruflich einen festen Boden unter den Füßen. Seit dem 2. April arbeitet er als Gärtner bei der Firma "Best" in Boppard. Er ist im Besitz eines unbefristeten Arbeitsvertrages in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

Was so selbstverständlich klingt, ist längst nicht für alle arbeitswilligen Mitmenschen die Realität. Gerade auch viele Jüngere sind langzeitarbeitslos. Die Statistik führt sie als schwer oder kaum vermittelbar. Manche haben noch nie einen festen Job gehabt. Die trostlose berufliche Situation macht viele krank. Sie landen unweigerlich bei Hartz IV.

Das Integrationsunternehmen Best der Bopparder Stiftung Bethesda-St. Martin hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, Menschen, die nach Lage der Dinge auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, für eine Berufsausübung zu qualifizieren. Arbeitsfelder bieten die Firmenzweige Wäscherei, Hauswirtschaft, Tischlerei, Kiosk, Haustechnik, Hausreinigung, Verwaltung sowie Garten- und Landschaftsbau.

Anfang des Jahres begann in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgemeinschaften (Arge) Koblenz und Rhein-Hunsrück eine neue Qualifizierungsmaßnahme. Unter der Bezeichnung "Training mit Qualifikation für Menschen mit schweren Behinderungen" (TQS) benannten die beiden Argen 37 Personen. Sie alle bezogen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und hatten eine Behinderung bzw. gesundheitliche Einschränkung. 16 von ihnen - im Alter von 30 bis 58 Jahren - wählte die Firma Best für die TQS aus, fünf Frauen und elf Männer, darunter auch Patrick Huismann. Wie er hatten noch drei weitere keinen Beruf gelernt, sieben konnten eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen, vier hatten eine Lehre in einem Berufsbildungswerk gemacht.

Auf zwölf Wochen war die Qualifizierungsmaßnahme angelegt. Am Ende stand fest: Best stellt vier Personen ein. "Aufgrund unserer guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren war auch bei dieser Maßnahme der Schwerpunkt die direkte Qualifizierung durch geschulte Fachanleiter am Arbeitsplatz", so Andrea Kirchner, Betriebssozialarbeiterin bei "Best". Sie und Prokuristin Andrea Steyven-Preuß lobten die hohe Motivation der vier Teilnehmer.

Patrick Huismann hatte zwar keine Lehre absolviert, aber im Laufe der Jahre an zahlreichen Lehrgängen teilgenommen und bei Gelegenheitsjobs eine ganze Menge Erfahrung gesammelt. Die kann er jetzt im Garten- und Landschaftsbau umsetzen. Sein Chef Gärtnermeister Swen Bölts ist sehr zufrieden mit ihm. Er kann nicht nur mit Maschinen umgehen, sondern ist auch pünktlich und zuverlässig. Patrick Huismann gefällt die Arbeit sehr gut. "Hier herrscht ein tolles Arbeitsklima, und man lernt immer etwas Neues." (ww)

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