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Rhein-Hunsrück-Zeitung, 19.02.2008

Martins-Kapelle vor 150 Jahren geweiht

Stiftung Bethesda feierte Jubiläum - Gotteshaus hat bewegte Geschichte

Die historischen Wurzeln der Martins-Kapelle auf dem Gelände der Stiftung Bethesda reichen zurück bis ins 10. Jahrhundert. Doch in seiner heutigen Form erstrahlt das Gotteshaus seit 150 Jahren.

BOPPARD. In einem feierlichen Gottesdienst wurde die St.-Martin-Kapelle in Boppard anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens wieder eingeweiht. Am 11. Februar 1858 wurde das über viele Jahre zerstörte und unnutzbar gewordene Gotteshaus unter reger Anteilnahme erstmalig konsekriert. So vermeldete es die damalige Bopparder Zeitung einige Tage später.

Aus diesem Anlass feierte die Stiftung Bethesda-St. Martin als Hausherrin nun die Wiedereinweihung unter Leitung von Elisabeth Schneider-Maukisch, Pfarrerin im Sonderdienst und zuständig für die Bopparder Einrichtungen der Stiftung. Rege Anteilnahme fand die Feier durch Bopparder Bürger, Mitarbeiter und Ehemalige. Die Mitarbeiter der Klostergärtnerei sorgten für den optischen, der Bethesda-Chor unter Leitung von Olga Matouchina für den akustischen Rahmen des Gottesdienstes.

Dabei hat das Gotteshaus eine bewegte Geschichte hinter sich. "Als die Kapelle vor 150 Jahren eingeweiht wurde, war sie kein Neubau. Sie stammte bereits aus dem Jahr 1768 und war damals als Kirche des Franziskanerinnenklosters St. Martin erbaut worden. Das Kloster war aber 1803 aufgelöst und an einen Privatmann verkauft worden", erläuterte Dr. Andreas Metzing in seiner Festpredigt.

Als Leiter der Außenstelle des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland hat er die Geschichte des Klosters St. Martin und der Kapelle umfangreich erforscht. Bis zur Strafrechtsreform von 1851 wurden die Klostergebäude weltlich, man würde heute sagen gastronomisch genutzt. Die Kapelle selbst führte ein Schattendasein. Mit der Einführung von Besserungsanstalten in der preußischen Provinz wurde das Gelände St. Martin komplett vom preußischen Staat aufgekauft. Bei der Sanierung der Gebäude wurde auch die Kapelle wiederhergestellt und eben am 11. Februar 1858 eingeweiht. Urkundlich erwähnt werden Gotteshäuser an dieser Stelle schon um 900. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bildet die Erziehungs- und Sozialarbeit mit benachteiligten Menschen den Mittelpunkt des Klosters St. Martin. Im Jahr 1923 pachtete die Stiftung das Klostergebäude mit der Kapelle, 1934 konnte sie es erwerben und ist seit dieser Zeit Eigentümerin.

Die Kapelle bildet gleichsam das Eingangsportal zur Stiftung Bethesda-St. Martin. So lag der Festpredigt denn auch der Vers 9, Kapitel 10 aus Johannes zugrunde: "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden."

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