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Rhein-Hunsrück-Zeitung, 14.08.2008

Bethesda-Anlage ist von hohem Nutzen

Bopparder Rheinwerkstatt bereichert die "Garten-Route Hunsrück-Mittelrhein" - Am Samstag Führung - Ab September wird Apfelsaft produziert

Die "Garten-Route Hunsrück-Mittelrhein" hat Zuwachs bekommen. Die Anlage der Bopparder Rheinwerkstatt ist jetzt mit von der Partie. Am Samstag können die Besucher den Garten bewundern.

BOPPARD. Die Rheinwerkstatt der Bopparder Stiftung Bethesda verbindet ein starkes Stück Natur mit traditioneller ländlicher Kultur und würzt das Ganze mit "Menschlichkeit". Aus dieser Mischung ist eine Anlage entstanden, die vom Hausgarten über Nutz-, Blumen- und Kräutergarten bis zum Naturgarten verschiedene Stilelemente bündelt.

"Hier sieht man, was Menschen mit Beeinträchtigungen leisten können", sagt Sabine Heidger, Leiterin der Gärtnerei in der Bopparder Rheinwerkstatt, und zeigt mit gewissem Stolz, was da alles wächst und blüht. "Im Frühbeet sitzt die neunte Generation Salat", beschreibt sie die Nachhaltigkeit der gärtnerischen Arbeit. Und diese Arbeit ist keine Beschäftigungstherapie für die 13 Mitarbeiter mit psychischen Behinderungen. Mit ihr lässt sich Geld verdienen. Der Salat und die vielen Gemüsesorten werden ebenso vermarktet wie die Blumen - und zwar direkt. Den ganzen Tag über kommen Kunden in die Gärtnerei. Zudem beliefert die Gärtnerei den von der Firma Best - ebenfalls eine Einrichtung der Stiftung Bethesda - betriebenen St. Goarer Stadtladen und ist jeden Freitag auf dem Bopparder Markt präsent.

Der direkte Kontakt mit den Menschen außerhalb der Behindertenwerkstatt ist den Verantwortlichen der Stiftung Bethesda ein großes Anliegen. Da passt es gut, dass jetzt der Garten der Rheinwerkstatt zur "Garten-Route Hunsrück-Mittelrhein" gehört. Am Samstag, 16. August, können die Besucher einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Anlage gewinnen. Um 15 Uhr ist die Führung durch den Garten. So mancher Gast dürfte staunen, was das Team um Sabine Heidger an kreativen Ideen umgesetzt hat. Jüngstes Kind ist der Kräutergarten an der Klostermauer im Innenhof. Die Hinweistafeln aus Schiefer stammen vom Dach des alten Klosters. Noch in der Planung ist ein Färberkräutergarten. Dort wachsen nur solche Kräuter, mit denen Textilien gefärbt werden können. Dazu kommt auch noch ein Gärtchen mit Heilpflanzen.

Die Gäste können auch die vier Partnerschaftsgärten am Rheinufer bestaunen. Dort sind Boppards Partnerstädte in natürlicher Weise präsent. Daneben befindet sich ein naturbelassenes Waldstück mit Waldlehrpfad und lauschigen Sitzecken.

Der Garten wird Richtung Süden von Apfelbäumen begrenzt. Diese Äpfel bilden den Grundstock für ein Projekt, das in einem Monat startet: Die Rheinwerkstatt stellt eigenen Apfelsaft her - und zwar im großen Stil. Äpfel wachsen auf den Streuobstwiesen in Buchenau reichlich. Das ungespritzte Obst wird ab 15. September gesammelt. Zweimal in der Woche wird das Obst gepresst - in die Anlage wurden 20 000 Euro investiert Dabei werden 2000 Liter Apfelsaft gewonnen und abgefüllt, erzählt Rudolf Hammes, technischer Leiter der Rheinwerkstatt. Der klare und naturtrübe Saft wird dann in den verschiedenen Bethesda-Läden verkauft. Die Rheinwerkstatt nimmt auch Äpfel an. Ab einer Menge von 1500 Kilo kann man sich den Saft an Ort und Stelle pressen lassen. Das Apfelsaft-Projekt, das die Rheinwerkstatt gemeinsam mit der Helene-Pagés-Schule betreibt, wird bei der Führung vorgestellt. 

Wolfgang Wendling

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