GPZ: Neuer Träger ist eine Stiftung
Kirchengemeinde gibt Gemeindepsychiatrisches Zentrum Ahrweiler ab
Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler übergibt das Gemeindepsychiatrische Zentrum in Ahrweiler an einen neuen Träger. Künftig zeichnet die Stiftung Bethesda-St. Martin aus Boppard für die Einrichtung verantwortlich.
AHRWEILER. Die Versorgung psychisch kranker Menschen soll gemeindenah, das heißt durch Einrichtungen und Dienste in der Kommune, sichergestellt werden. So bestimmt es das Psychiatriegesetz des Landes Rheinland-Pfalz. Vor diesem Hintergrund hatte die Evangelische Kirchengemeinde Bad Neu-
enahr-Ahrweiler frühzeitig die Initiative ergriffen und das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) in Ahrweiler eingerichtet. Jetzt übergibt sie die Trägerschaft an die Bopparder Stiftung Bethesda-St. Martin.
Begonnen hatte die Kirchengemeinde ihre Arbeit mit und für psychisch kranke Menschen schon Ende der 80er-Jahre. Im Rahmen des sogenannten Betreuten Wohnens wurde ein ambulanter Betreuungsdienst ins Leben gerufen, dessen Ziel es war, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ein geregeltes Leben in der Gemeinde und in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Im Jahr 2000 übernahm die Kirchengemeinde dann zusätzlich die Trägerschaft für eine Tagesstätte und eine Kontakt- und Informationsstelle (KIS). Die Dienste wurden unter dem Dach des sogenannten Gemeindepsychiatrischen Zentrums zusammengefasst. Die Kirchengemeinde erwarb hierfür ein ehemaliges Hotel in der Schülzchenstraße 11 in Ahrweiler.
Bei der Tagesstätte handelt es sich um ein tagesstrukturierendes Angebot, ebenfalls für psychisch kranke Menschen, das einer sozialen Isolation entgegenwirkt und den Menschen einen geregelten Tagesablauf ermöglicht. Die KIS ist Anlaufstelle sowohl für Betroffene als auch für ihre Angehörigen. Ergänzt wurde das Angebot dann später um weitere wichtige Bausteine einer psychiatrischen Versorgung, das persönliche Budget und die Soziotherapie.
"Die Arbeit hat im Laufe der Zeit an Umfang und auch an Komplexität zugenommen", so die Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrerin Smidt-Kulla. Man habe schon vor langer Zeit erkannt, dass eine Professionalisierung erforderlich sei, um dauerhaft den Erhalt dieser wichtigen Arbeit zu gewährleisten und diese auch weiterzuentwickeln. Man sei froh, mit der Stiftung einen erfahrenen Träger gefunden zu haben.
Die evangelische Stiftung Bethesda-St. Martin hat ihren Hauptsitz in Boppard. Sie ist Träger gemeindepsychiatrischer Einrichtungen im nördlichen Rheinland-Pfalz und gilt bei den Kostenträgern und dem Kooperationspartner in der Region als zuverlässiger Partner. Unter anderem unterhält die Stiftung in Koblenz, im Landkreis Cochem-Zell und auch im Rhein-Hunsrück-Kreis ebenfalls GPZs, die in ihrer Konzeption und in ihrem Aufbau dem in Ahrweiler entsprechen.
Vor diesem Hintergrund habe man nach sorgfältiger Prüfung entschieden, auch die Trägerschaft für das GPZ in Ahrweiler zu übernehmen, so der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Pfarrer Rolf Stahl. Die Mitarbeiter werden sämtlich von der Stiftung übernommen, sodass auch für die Klienten die notwendige Kontinuität in den Betreuungen sichergestellt ist. Überhaupt werde auf Kontinuität viel Wert gelegt.
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