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Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 03.13.2008

Sieben Köstlichkeiten in einer Box

Drei engagierte Koblenzer bringen ess- und trinkbare "Botschafter der Region" auf den Markt - Produkte direkt vom Erzeuger

Immer mehr Menschen, auch und gerade jüngere, zieht es kulinarisch nicht mehr unbedingt an die Fleischtöpfe Südeuropas. Sie entdecken die Köstlichkeiten der Region neu oder auch überhaupt zum ersten Mal. Drei Koblenzer bringen nun eine Box mit sieben Genüssen aus der Region Mittelrhein auf den Markt.

"Siebengut" heißt das Produkt der drei Überzeugungstäter.

KOBLENZ. Senf aus Boppard, Ziegenkäse aus dem Westerwald, Wildwurst und Honig aus dem Hunsrück, Döppekooche aus Koblenz, Riesling vom Mittelrhein, Bio-Schwarzbrot von der Mosel: Das klingt nach einem sehr leckeren Picknick mit Köstlichkeiten aus der Region. Doch egal wie "in" es mittlerweile ist, Produkte aus der Heimat zu essen und zu trinken - die Mühe, gleich sieben Köstlichkeiten bei verschiedenen Erzeugern zu besorgen, machen sich wohl die wenigsten.

Das ist die Marktlücke, in die drei engagierte Koblenzer stoßen wollen, die jetzt die schicke Köstlichkeiten-Kiste "Siebengut" auf den Markt bringen. Der Name ist Programm: "Sieben gute Produkte aus der Region Mittelrhein, ansprechend und modern verpackt", erklären Claus Hoffmann, Lars Kaiser und Jan Moryson. Die drei Freunde, ansonsten in verschiedenen Berufen der Marketing- und Kommunikationsbranche tätig, haben sich für "Siebengut" zusammengetan. Sie sind Überzeugungstäter.

"Unsere Intention ist es, nicht einfach nur eine ,Fresskiste" auf den Markt zu bringen", erklärt Hoffmann. So kommt "Siebengut" auch nicht in einer geflämmten Holzkiste daher, wie es mancher vielleicht vermuten könnte, sondern in einer zeitgemäß grafisch gestalteten Kartonverpackung. Zum Set gehören ferner eine Stoffserviette und vor allem ein Begleitheft, in dem die Geschichten zu den Produkten aufgeschrieben und grafisch dargestellt werden.

"Wenn man sich anschaut, was etwa hier in Koblenz als Gastgeschenk übergeben wird, wenn zum Beispiel ein Referent von anderswo einen Vortrag gehalten hat: Das ist dann der typische Dreier-Weinkarton. In unserer Vorstellung kommt der Karton dann zu Hause in den Keller des Referenten und verstaubt mit zig anderen", fährt Hoffmann weiter fort. "Unsere Box aber soll neugierig machen - auf die Produkte und damit auf die Region. Im besten Fall macht der Referent die Kiste schon im Hotel auf, fängt an zu naschen und im Begleitheft zu lesen." Logische Konsequenz: Das Projekt "Siebengut" trägt als Untertitel "Botschafter der Region".

Denn die Liebe zur Region und zu ihren Produkten ist die erste Triebfeder gewesen für die drei Enthusiasten, die bei vielen Ausflügen und Gesprächen viele Produkte probiert haben, bis sie zur "Siebengut"-Zusammenstellung gelangt sind. "Alles ist komplett Handarbeit, nichts kann man im Supermarkt kaufen, sondern nur direkt beim Erzeuger", sagt Kaiser. "Und es soll alle Sinne ansprechen, deshalb auch die Broschüre", ergänzt Jan Moryson. "Für uns ist es eine Liebhaberei, ein privater Spaß. Das Produkt muss uns gefallen, deshalb sieht es auch so aus, wie es aussieht", erklärt Moryson, der wie Kaiser im grafischen Bereich tätig ist.

Alles, was bislang in das Projekt geflossen ist, haben die drei aus eigener Tasche finanziert, nun hoffen sie natürlich darauf, dass ihre Idee auch einschlägt. Ein erster Erfolg: Sie arbeiten nun an einer "Spezialausgabe" der "Siebengut"-Box für die Bundesgartenschau. Die Organisatoren haben Interesse an dem Produkt angemeldet.

Der Preis beträgt 48 Euro. Vorerst ist die Kiste nur per Internet direkt bei den Machern unter www.siebengut.com online zu bestellen.

Dafür bekommt der Käufer nach historischem Verfahren hergestellten Klostersenf von der Senfmühle Boppard (Stiftung Bethesda St. Martin), einen "Wäller Knuppe" (Ziegenkäse vom Biolandhof Taunusblick in Hömberg im Westerwald), Wildschweinknacker vom Hofgut Kress im Hunsrück, Honig vom Imker Philomel aus Mermuth, eine Flasche Riesling vom Weingut Toni Jost in Bacharach, eine Portion Bio-Schwarzbrot vom Bäcker Barth in Niederfell - und eine Portion Döppekooche im Weck-Glas nach altem Familienrezept des Restaurants "Alt Coblenz".

"Der Döppekooche im Glas ist unser ganzer Stolz, daran haben wir eine Weile gearbeitet und viel herumprobiert", sagt Lars Kaiser. Zu allen Produkten haben die drei solche und ähnliche Geschichten parat, können sie berichten, wie die Herstellung funktioniert und was für besondere Typen hinter den Köstlichkeiten stehen. "Und weitere Erzeuger aus der Region sollen sich gerne noch bei uns melden", meint Claus Hoffmann abschließend.
Tim Kosmetschke

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