Pressespiegel

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Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 23.01.2008

Psychisch Kranke: Austausch und Unterstützung

Seminar: Unter anderem geht es um "vergessene Kinder" und um ein Projekt, bei dem Betroffene anderen helfen

KOBLENZ. Im Jahr 2009 steht das Thema "Mit psychischer Erkrankung leben" im Mittelpunkt des Koblenzer Psychose-Seminars. Referentinnen und Referenten beleuchten unterschiedliche Facetten des Themas. Die Veranstaltungen sind immer mittwochs, 18 bis 20 Uhr.

● Die Seminarreihe beginnt am 4. Februar in der Kontakt- und Informationsstelle, Bogenstr. 53a, Koblenz-Goldgrube, mit dem Thema "Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern: Das Selbsthilfeprojekt des Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker". Referentin ist Marlies Hommelsen von der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie. In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Kinder, deren Eltern an einer Psychose oder einer schweren Depression leiden oder alkohol- beziehungsweise drogenabhängig sind. Bis vor wenigen Jahren wurde die Situation dieser Kinder nur sehr vereinzelt thematisiert, weshalb in diesem Zusammenhang oft von den "vergessenen Kindern" gesprochen wird. Marlies Hommelsen stellt ein Projekt vor, mit dem diesen Kindern Unterstützung und Hilfestellung gegeben und ein Bewusstsein für die Kinder in der Öffentlichkeit geschaffen wird.

● Am 4. März, 18 Uhr, geht es mit Pfarrer Rolf Stahl um das Thema "Stigma und psychische Erkrankung".

● Am 1. April folgt mit Dr. Markus Jensen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus Lahnstein, eine Veranstaltung zum Thema "Psychotherapie bei psychoseerfahrenen Menschen".

● Ein weiteres Pilotprojekt wird am 6. Mai vorgestellt: Im Rahmen des "EX-IN-Projekts" haben Psychiatrie-Erfahrene, psychiatrische Fachkräfte und Lehrkräfte aus sechs europäischen Ländern gemeinsam ein Curriculum entwickelt und erprobt, das Psychiatrie-Erfahrene für die Arbeit in psychiatrischen Angeboten und Diensten sowie für die Tätigkeit als Dozenten qualifiziert. Das Projekt basiert auf der Überzeugung, dass Menschen, die psychische Krisen durchlebt haben, diese Erfahrungen nutzen können, um andere in ähnlichen Situationen zu unterstützen. "EX-IN" steht für "Experienced-Involvement", "Einbeziehung von Psychiatrie-Erfahrenen". Referent Wilhelm Rickleff aus Bremen hat vor drei Jahren selbst eine Ausbildung zum EX-IN-Genesungsbegleiter absolviert. Er ist psychiatrieerfahren und arbeitet als freier Redakteur bei einer Fachzeitschrift sowie als Mitarbeiter im Betreuten Wohnen mit psychisch kranken Menschen.

● An den beiden anderen Terminen (3. Juni und 1. Juli) wird ein offener Erfahrungsaustausch angeboten.

Das Koblenzer Psychose-Seminar ist eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Bethesda St. Martin, der Selbsthilfegruppe der Angehörigen psychisch Kranker Koblenz und von Koblenzer Psychiatrieerfahrenen. Das Psychose-Seminar bietet einen Erfahrungsaustausch zwischen Psychose-Erfahrenen, Angehörigen und in der Psychiatrie Tätigen. "Das Seminar versteht sich nicht als Therapie, sondern als Gesprächsangebot. Das Koblenzer Psychose-Seminar möchte den Menschen in unserer Region einen zwanglosen, offenen Austausch über die Erfahrungen mit Psychosen anbieten", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Alle Interessierten sind willkommen.

Infos bei Maria Thomas, Telefon 0261/921 66 16

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