Rhein-Hunsrück-Zeitung, 14.05.2009
Best baut hochmoderne Wäscherei
Bopparder Integrationsunternehmen investiert 1,1 Millionen im Gewerbepark Hellerwald II an der Autobahn
Mehr als ein Jahrzehnt lang kam das unweit der A 61 bei Buchholz gelegene Industriegebiet Hellerwald II nicht in die Pötte. Jetzt, in der Wirtschaftskrise, läuft es auf einmal richtig rund mit der Vermarktung der Gewerbeflächen. Ein Investor ist das Bopparder Integrationsunternehmen Best der Stiftung Bethesda-St. Martin.
BOPPARD/EMMELSHAUSEN. Die Bopparder Firma Best baut im Industriegebiet Hellerwald II für 1,2 Millionen Euro eine Wäscherei. Damit setzt das Integrationsunternehmen der Stiftung Bethesda-St. Martin mitten in der Wirtschaftskrise auf Expansion. Gleichzeitig gewinnt das interkommunale Industriegebiet Hellerwald II auch dank Best allmählich jene Bedeutung, die sich die drei Partner Stadt Boppard, Verbandsgemeinde Emmelshausen und Gemeinde Kratzenburg bereits vor über zehn Jahren erhofft hatten. (siehe Im Detail).
Die Firma Best betreibt bereits seit 1993 im Seniorenzentrum "Haus Elisabeth" der Stiftung Bethesda eine Wäscherei. Von bescheidenen Anfängen in eher provisorisch eingerichteten Räumlichkeiten hat sich die Wäscherei zu einem umsatzstarken Betriebszweig entwickelt. Erwirtschafteten die vier Beschäftigten in den ersten Jahren umgerechnet 100 000 Euro im Jahr, lag der Umsatz 2008 bei 390 000 Euro. Von den nunmehr 14 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind zehn schwerbehindert.
Best-Geschäftsführer Werner Bleidt machte beim "ersten Spatenstich" deutlich, dass der Neubau der Großwäscherei ohne die erheblichen Fördermittel gar nicht möglich wäre. Von den 1,1 Millionen an Baukosten steuert das Land 300 000 Euro bei. Weitere 300 000 Euro gewährt Mainz als zinsloses Darlehen. 50 000 Euro kommen von der Rheinischen Diakonie. Diesem Spitzenverband der Evangelischen Landeskirche gehört auch die Stiftung Bethesda an.
Werner Keggenhoff vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, tat kund, dass die Firma Best unter den 60 Integrationsunternehmen im Land einen hervorragenden Ruf genießt. Von den 246 Best-Beschäftigten in so verschiedenen Betriebszweigen wie Gebäudereinigung, Tischlerei, Pflege und Betreuung, Kioskbetrieb oder Garten- und Landschaftsbau sind 76 schwerbehindert. Dass auch dank Best Arbeitsplätze für behinderte und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen entstehen, die zudem noch wirtschaftlich erfolgreich arbeiten, hob Nikolaus Immer von der Rheinischen Diakonie hervor. "Im Interesse der Menschen und der Gesellschaft ist es sinnvoller, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren."
Weil die Auftragslage sehr gut ist, sehen alle Beteiligten in der neuen Wäscherei eine lohnende und zukunftsträchtige Investition. In der 36 Meter langen und 22 Meter breiten Halle mit einer hochmodernen Waschstraße können täglich bis zu drei Tonnen Wäsche bewältigt werden.
Wolfgang Wendling
zurück
|
|