Rhein-Zeitung, Ausgabe
Cochem, 05.09.2009
Das Heldringhaus ist jetzt "radaktiv"
Gemeindepsychiatrisches Zentrum in Cochem beteiligt sich an Aktion
Seelische und psychische Erkrankungen müssen körperliche Betätigung nicht ausschließen. Mit diversen Angeboten in diese Richtung macht das Cochemer Heldringhaus gute Erfahrungen.
COCHEM. Das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) Heldringhaus der Stiftung Bethesda - St. Martin in Cochem freut sich über die Zusammenarbeit mit der Firma Radsport Schrauth. Das Unternehmen stellt für ein Jahr Fahrräder kostenlos zur Verfügung, um Touren für psychisch kranke Menschen zu ermöglichen. Mit den Fahrrädern wollen sich Patienten der Tagesstätte, des Betreuten Wohnens und der Kontakt- und Informationsstelle gemeinsam mit ihren Betreuern auf Radtouren ins schöne Moseltal begeben.
Das GPZ Heldringhaus in Cochem motiviert seit Jahren seine Patienten durch adäquate und differenzierte Angebote zu körperlicher Bewegung und gesunder Lebensführung. Diese sind integraler Bestandteil der Arbeit mit den erkrankten Menschen. Neben dem aktuellen Radangebot gehören wöchentliche Fitnesstrainings und Ausflüge in die Natur zum Programm des Hauses.
Die Gesundheits- und Fitnessaktion "aktiv gesund - Bethesda bewegt sich" der Stiftung Bethesda - St. Martin wurde Mitte 2009 ins Leben gerufen. Ziel ist, gemeinsam mit Klienten die eigene Lebensweise zu reflektieren und Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten. Neben den Veranstaltungen in den Einrichtungen und Diensten sind weitere zentrale Angebote in Planung. So findet im nächsten Jahr in Boppard ein Badmintonwettbewerb statt, bei dem viele Einrichtungen und Dienste des Trägers mitmachen.
"Aktiv gesund - Bethesda bewegt sich" ist die logische Weiterentwicklung der Beratungs- und Betreuungsarbeit mit psychisch erkrankten und behinderten Menschen bei dem diakonischen Träger. Anstoß war eine Fachtagung der Stiftung zu Wirkungsweisen und Risiken von Neuroleptika im März dieses Jahres. Hier war einmal mehr deutlich geworden, welche Gefahren mit der Einnahme dieser Psychopharmaka für psychisch erkrankte Menschen entstehen und wie sie die Lebensqualität beeinflussen. In einem ersten Schritt wurden Leitlinien für den Umgang mit Neuroleptika erarbeitet. Sie sollen Mitarbeiter darin unterstützen, dieses Thema im Beratungs- und Betreuungsalltag in den Einrichtungen und Diensten noch stärker in den Blick zu nehmen.
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