Rhein-Hunsrück-Zeitung,
31.03.2010
Gemeinsam gegen Depression
Ergebnis einer Fachveranstaltung in Boppard: Kräfte im Kreis bündeln
RHEIN-HUNSRÜCK. Jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranken im Laufe des Lebens an einer Depression. Die Betroffenen müssen - je nach Verlauf der Erkrankung - ein hohes Maß an Beeinträchtigung, sowohl in ihrem persönlichen wie auch in ihrem Arbeitsleben, hinnehmen. Daher widmete sich eine öffentliche Fachveranstaltung in der Stadthalle Boppard der Frage: Brauchen wir ein Bündnis gegen Depression? Die Stiftung Bethesda - St. Martin und die Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises, unterstützt von der Landeszentrale für Gesundheit, hatten dazu eingeladen. 140 interessierte Personen, Mitarbeiter von Fachdiensten, Betroffene und Angehörige waren der Einladung gefolgt.
Werner Bleidt, Geschäftsführer der Stiftung Bethesda - St. Martin, machte die Bedeutung des Themas deutlich. In der Arbeit der Fachdienste der Stiftung, die vielen psychisch kranken, behinderten Menschen differenzierte Betreuungs- und Arbeitsmöglichkeiten bietet, spielt das Krankheitsbild der Depression eine große Rolle. Die Krankheit ist schwerwiegend und macht zunehmend mehr Menschen die eigenständige Bewältigung des Lebens - zumindest zeitweilig - unmöglich.
Landrat Bertram Fleck dankte dem Sozialministerium, vertreten durch die Psychiatriereferentin des Landes, Dr. Julia Kuschnereit, für die Initiierung dieser Kampagne. Auch begrüßte er Annika Millahn von der Landeszentrale für Gesundheit, die die Träger der Veranstaltung im Vorfeld gut beraten hat. Er ermunterte zu verstärktem regionalem Engagement: "Wir sollten uns alle dafür engagieren, damit depressive Menschen wieder Licht am Ende des Tunnels sehen."
Dr. Winfried Oberhausen, Chefarzt der Fachabteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Hunsrück-Klinik Kreuznacher Diakonie in Simmern, stellte in seinem Fachvortrag noch einmal das Krankheitsbild der Depression und dessen Behandlungsmöglichkeiten vor. Die Erkrankung verläuft in unterschiedlichen Schweregraden. Die Wege aus der Depression sind vielfältig. Sie beinhalten medikamentöse, therapeutische Behandlungen und je nach Schwere des Krankheitsbildes auch lebenspraktische und berufliche Begleitung.
Eine Kooperation aller Fachdienste, der Betroffenen und der Personen des sozialen Umfeldes ist sinnvoll. Die Sozialplanung der Kreisverwaltung wird in Abstimmung mit dem Psychiatriebeirat einen Initiatorenkreis einrichten, der sich mit der Umsetzung der Bündnisidee und weiterer Aktivitäten im Rhein-Hunsrück-Kreis beschäftigen wird.
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