Pressespiegel

Logo

Rhein-Hunsrück-Zeitung, 24.06.2010

Junge Menschen werden fit für den Job

Rheinwerkstatt der Bopparder Stiftung Bethesda integriert benachteiligte Personen in den Arbeitsmarkt – „Budget für Arbeit“ hilft

Die Aufnahme in eine Werkstatt für Behinderte muss keine Einbahnstraße sein. Sie kann auch den Weg in den ersten Arbeitsmarkt ebnen. Dazu steht das Modellprojekt „Budget für Arbeit“ Pate. Dank des professionellen Hilfenetzes der Stiftung Bethesda-St. Martin in Boppard haben zwei junge Menschen den Sprung geschafft.

BOPPARD. Dennis war 18, Simone 25 Jahre alt, als sie 2007 ihre Arbeit in der von der Stiftung Bethesda-St. Martin getragenen Rheinwerkstatt in Boppard aufnahmen. Da hatten beide schon einiges erlebt und viele Versuche unternommen, sich auf die Arbeitswelt vorzubereiten und dort Fuß zu fassen.

Dennis und Simone verbindet eine Lernschwäche, auf die sich so manches Unternehmen einfach nicht einstellen konnte oder wollte. Auf der Suche nach einer geeigneten Teilhabe am Arbeitsleben wurden beide auf die Rheinwerkstatt Boppard aufmerksam.

Diese Werkstatt für behinderte Menschen bietet in den ersten zwei Jahren der Betriebszugehörigkeit berufsbildende Programme an, die vorhandene Defizite berücksichtigen und möglichst passgenaue Lösungen der Fortbildung zusammenstellen.

Gemeinsam mit Simone und Dennis erarbeitete das Fachpersonal der Rheinwerkstatt einen Fahrplan Richtung Arbeitsmarkt. Dennis machte sich, wie von ihm gewünscht, in der Gartenarbeit nützlich, Simone in der Küche. Beide wurden in ihrer Arbeit pädagogisch begleitet.

Im Frühjahr 2009 eröffnete sich für Dennis die Chance, ein Praktikum bei der Firma Best, dem Integrationsunternehmen der Stiftung Bethesda zu absolvieren. Während des Praktikums leistete er so überzeugende Arbeit, dass er bereits im Juni in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen werden konnte. Auch Simone hatte sich so weit gefestigt, dass sie vor einem Monat in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden konnte.

Das „Budget für Arbeit“ macht es möglich: Arbeitgeber, die Mitarbeiter aus Werkstätten einstellen, erhalten finanzielle Zuschüsse. Einen Teil der Kosten übernimmt der Kreis. Zudem wird eine weiterführende sozialpädagogische Assistenz angeboten. Diese Hilfestellung ist ohne Wert, wenn sich nicht Unternehmen finden, die solch ein Projekt annehmen und dem Arbeitswunsch junger Menschen gerecht werden. Integrationsunternehmen wie Best übernehmen hierbei eine Vorreiterrolle.

Bei Simone und Dennis hat sich die enge Kooperation von Rheinwerkstatt und Best bewährt. Sie hat dazu geführt, dass die beiden nun Arbeitsplätze im Garten- und Landschaftsbau bzw. in der Küche besetzen. Beide tun dies mit großem Engagement. Und: Sie fühlen sich dort sehr wohl. Durch ihren dauerhaften Arbeitsplatz beziehen sie nun ein Einkommen, das ihnen ein unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. „Ich finde es super hier, meine Arbeit macht mir Spaß“, äußert sich Dennis. „Er hat sich super ins Team integriert, er ist ein engagierter Mitarbeiter“, urteilt sein Abteilungsleiter Hermann-Josef Schröder. „Sie verstärkt unser Team“, findet auch Küchenchef Helmut Wershofen lobende Worte für seine neue Mitarbeiterin Simone. „Hier arbeite ich gern“, gibt Simone das Kompliment zurück.

< zurück